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13.10.2005


Sieben Dörfer im Wettbewerb In Sarnow und Alt Krüssow beendete die Jury ihre Besichtigungstour




HERBERT JESKE

PRITZWALK Im vergangenen Jahr gab es sechs Bewerber, davor 13, im Jahr 1996 hatten sich sogar 20 Dörfer beteiligt. In diesem Jahr stellen sich sieben Dörfer der Prignitz dem Kreiswettbewerb 2005 „Unser Dorf hat Zukunft“. Alle drei Jahre wird der Wettbewerb ausgerufen. Gestern wurden Sarnow und Alt Krüssow in Augenschein genommen. Die Besichtigungstour der Jury unter Leitung von Kerstin Meyer ist damit abgeschlossen.

Nach der Eingemeindung hatte auch die Stadt Pritzwalk zwei Bewerber gemeldet. „Das freut mich besonders“, so Kerstin Meyer. Zum ersten Mal waren damit Dörfer des Altkreises beim Schönheitswettbewerb dabei. So wurde die Jury vor Ort nicht nur von den Ortsbürgermeistern und aktiven Bürgern empfangen, sondern auch vom Pritzwalker Bürgermeister Wolfgang Brockmann und dem Beigeordneten Rainer Greve begleitet. Was Kerstin Meyer ebenfalls freute: Dass sich Dörfer im Rahmen dieses Wettbewerbs präsentieren und einem Urteil stellen. „Die Entscheidung wird sehr schwer fallen.“ Zwar gibt es eine Punkteliste mit Beurteilungskriterien, aber jeder habe einen eigenen Blick. Im November will der Landkreis die drei Bestplatzierten bekannt geben. Der Sieger wird dann nach Potsdam für den Landeswettbewerb im kommenden Jahr gemeldet, 2007 läuft der Wettbewerb auf Bundesebene.

Nach Begrüßung und „Einführungsgespräch“ ging es gestern beim Rundgang um Aktivitäten im Ort und Fortschritte bei der Dorferneuerung. In Sarnow wurde die Jury vor dem Landgasthof „Kegelhenne“ von einer großen Delegation empfangen. Ortsbürgermeister Klaus-Eckhard Doerks, Landwirte, Sabine Jagelitz vom Landgasthof und Katharina Grütte vom Sarnower Reiterhof beschrieben das Engagement im Ort. So gibt es nicht nur aktive Vereine wie die Freunde der Feuerwehr, den Traditions- und Kulturverein, Jägerverein, zwei Keglervereine und eine aktive Kirchengemeinde. Ihr Dorf kann sogar einen Jahreskalender mit Veranstaltungen vorweisen.

Rund 135 Einwohner zählt Sarnow. Ein Jugendklub und Gemeinderaum stehen zur Verfügung, es gibt einen Spielplatz. Selbst ein Haltepunkt der Bahn ist Sarnow geblieben, um dessen Bestand das Dorf allerdings „doll kämpfen musste“. Landgasthof und Reiterhof bieten Gästezimmer und Ferienwohnungen, sie arbeiten zusammen. So kommen viele Gäste von außerhalb, das Dorf ist Station auf der „Wallfahrtstour“ für Radler. „Wir sind auch Naherholungsgebiet für Pritzwalker“, so Sabine Jagelitz. Wünsche gab es nach einem durchgängig ausgebauten Fahrradweg. Aber auch Probleme wurden in der Runde angesprochen. So sei die schmale Kurve im Ort ein großer Gefahrenpunkt, hieß es, und müsste entschärft werden.

In Alt Krüssow wurde die Delegation von Ortsbürgermeisterin Sybille Buder und dem Vorsitzenden des Fördervereins der örtlichen Wallfahrtskirche, Uwe Dummer, empfangen. Rund 120 Einwohner zählt das Dorf.

Vor allem der Förderverein konnte auf sein intensives Engagement verweisen. Vor zwei Jahren wurde er gegründet, zählt inzwischen 25 Mitglieder. Alt Krüssower engagieren sich, aber auch „Externe“. Dabei ist der Sanierungsbedarf für das Gotteshaus immer noch immens. Doch inzwischen hat der Verein in Zusammenarbeit mit dem Förderverein „Alte Kirchen Berlin/Brandenburg“ bereits zahlreiche Veranstaltungen in der Kirche organisieren können.

Im Dorf gibt es eine aktive Feuerwehr, ein Gemeinderaum in der alten Schule steht für Veranstaltungen und als Jugendklub zur Verfügung. „Er ist offen für alle“, so die Ortsbürgermeisterin. Und am Dorfeingang hat sich sogar ein kleines Neubaugebiet entwickelt.

Für die Jury war mit Alt Krüssow die Besichtigungstour beendet. Jetzt wird ausgewertet.




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