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14.08.2004


Sanierungskonzept mit konkreten Plänen Alt Krüssower Kirche könnte in den nächsten Jahren gesichert werden / Förderverein gewann einen Preis


BEATE VOGEL

ALT KRÜSSOW Die Zukunft der einstigen Wallfahrtskirche im Pritzwalker Ortsteil Alt Krüssow liegt in guten Händen: Die Mitglieder des Fördervereins „Wallfahrtskirche Alt Krüssow“ konnten sich am Dienstag in einer Versammlung über ein Sanierungskonzept informieren, mit dem das alte Gemäuer in den kommenden Jahren auf Vordermann gebracht werden soll.

Uwe Dummer, Vorsitzender des Fördervereins, gab zudem die Kosten bekannt, die mit der Sanierung entstehen: Rund 600000 Euro sind dafür veranschlagt, die freilich bis zum Jahr 2007 in mehrere Scheiben geteilt werden müssen. Die Finanzierung ist freilich noch offen.

Dass die große, alte Kirche dringend sanierungsbedürftig ist, war der Grund, warum sich im vergangenen Jahr der Förderverein gegründet hatte. Laut Uwe Dummer ist zum Beispiel die kleine Kapelle an der Nordseite einsturzgefährdet: „Die Dachträger sind durchgefault, obwohl das Dach Anfang der 90er Jahre neu gedeckt wurde.“ Das bedeutet, dass es komplett abgedeckt und mit neuen Trägern versehen werden muss. Das könnte auch der erste Bauabschnitt für das nächste Jahr werden. „Er kann auch nach hinten rutschen“, so Dummer.

Außerdem ist der Raum über dem Gewölbe des Kirchenschiffs stark mit Holzschutzmitteln kontaminiert. In den Mauern sitzt zwar aufsteigende Feuchtigkeit, die aber keine Bauschäden verursacht. Zudem sind die riesigen bleiverglasten Fenster fast durchweg kaputt: Wind und Wetter können dem Bau Schaden zufügen. Sie müssten mit großen Scheiben gesichert werden. „Das wäre ein Projekt für einzelne Förderer“, so der Vereinsvorsitzende. Für die Gestaltung der Fenster gebe es noch alte Originalvorlagen. Immerhin konnte der Förderverein die Ostfenster mit einem Taubendraht versehen, so dass die Vögel keinen Dreck mehr ins Kirchenschiff tragen können. „Ansonsten ist die Kirche in einem guten Zustand“, meint Uwe Dummer.

In der aktuellen Ausgabe „Alte Kirchen“ des Förderkreises Alte Kirchen Berlin-Brandenburg wird die Arbeit des Vereins in einem Artikel gewürdigt. Dieser habe für sein Engagement immerhin einen Preis in Höhe von 2500 Euro gewonnen: Der Förderkreis alte Kirchen Berlin-Brandenburg hatte ein „Startkapital für Kirchen-Fördervereine“ ausgeschrieben. „Die Preisverleihung ist am 24. September“, so Uwe Dummer.

Für den Förderverein „Wallfahrtskirche Alt Krüssow“, der inzwischen 23 Mitglieder hat, sind das gleich mehrere Gründe zur Freude. Erstmals präsentierte sich der Verein am vergangenen Wochenende beim Dorffest in Alt Krüssow mit einem Konzert des Bläserchores Havelberg-Glöwen. „Wir hoffen, dass unsere Beteiligung am dörflichen Leben einmal eine feste Größe wird“, so der Vereinsvorsitzende.

Nächste Gelegenheit für die Präsentation des Alt Krüssower Vereins ist der Kreiskirchentag am 12.September. „Um zum Beispiel solche Veranstaltungen vorzubereiten, bräuchten wir dringend noch interessierte und engagierte Mitglieder“, sagt Uwe Dummer.

Derzeit sei eine Projektgruppe dabei, eine Wanderausstellung vorzubereiten. Die Gegenstände, die einst die Kirche zierten, sollen in Originalgröße auf großen Tafeln dargestellt werden: Reproduktionen, die inzwischen aus dem Gebäude entfernt wurden und woanders untergekommen sind. So könnte zum Beispiel ein Foto mit einer Abbildung des Altars, der jetzt in Pritzwalk steht, an der ursprünglichen Stelle befestigt werden. „Dann kann man sich in etwa vorstellen, wie die Kirche einmal aussah“, erklärt Uwe Dummer. Unter anderem mit diesem Projekt nimmt der Verein an der Aktion „offene Kirchen“ teil.

Wer mehr über die Arbeit des Fördervereins erfahren möchte kann sich auch im Internet über www.wallfahrtskirche-alt-kruessow.de informieren.




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